Die Rübenbauern

Umweltleistung der Zuckerrübe

Zuckerrübe und Umwelt

Die Zuckerrübe erfüllt alle Anforderungen, die umweltbewussten Konsumentinnen und Konsumenten wichtig sind: Sie schont die natürlichen Ressourcen und leistet in der Fruchtfolge einen wichtigen Beitrag zu gesunden Böden.

Nachhaltigkeit

Die österreichische Zuckerwirtschaft befasst sich aktiv mit der umweltgerechten und nachhaltigen Rübenproduktion. Die Zuckerrübe als „alte“ europäische Wildpflanze ist Teil der heimischen Agrarkultur. Im Laufe ihrer Geschichte hat sich die Zuckerrübe zu einer der wichtigsten einheimischen Kulturpflanzen entwickelt. Sie stellt besonders hohe Ansprüche an die Bodengesundheit und Bodenstruktur und kann daher auch nur alle 4 bis 6 Jahre auf dem gleichen Standort angebaut werden. Das unterscheidet sie positiv von der Monokultur Zuckerrohr. Diese Pflanze wird über viele Jahre hinweg auf dem gleichen Standort produziert. Dadurch kommt es zu einer massiven Anhäufung von Schädlingen und Krankheiten und lässt schlussendlich Böden zurück, auf denen nichts mehr angebaut werden kann.

Vergleich Zuckerrübe-Zuckerrohr

Zuckerrübe wird in den klassischen Produktionsgebieten Europas seit nunmehr 150 Jahren auf immer denselben Flächen angebaut. Die Anbaugebiete wurden in den letzten 20 Jahren ständig von Wissenschaftlern untersucht, um die Auswirkungen des Rübenanbaus auf Bodengesundheit und Bodenfruchtbarkeit genauestens zu analysieren. Die Ergebnisse dieser Forschung zeigen, dass der Anbau von Rüben ein wichtiges ökologisches Glied in der Fruchtfolgekette ist.

Im Vergleich dazu führt die Produktion von Zuckerrohr in manchen Ländern zu massiven Umweltproblemen wie Abschwemmung der Böden und Verunreinigung der Gewässer. Nach 2 bis 3 Anbau-Zyklen mit Zuckerrohr sind die zurückgelassenen Flächen für die landwirtschaftliche Produktion nicht mehr geeignet, da sie im wahrsten Sinne des Wortes ausgebeutet sind. Dadurch wird es notwendig, immer neue Gebiete zu bepflanzen, was in manchen Ländern, wie etwa Brasilien durch exzessive Rodung von tropischen Regenwäldern geschieht. So werden durch den Anbau von Zuckerrohr mehr und mehr Flächen zerstört und die Umwelt nachhaltig beschädigt.

Gute landwirtschaftliche Praxis

Bereits die Mindeststandards für Rübenproduktion weisen in Österreich ein hohes Niveau auf. Düngemitteln und Düngehilfsmitteln dürfen nur nach Zulassung durch eine Verordnung (Typenzulassung) oder einen Bescheid verwendet werden; dies schützt z.B. die Böden vor Kontamination mit Schwermetall.

Wie viel Düngemittel eingesetzt werden dürfen und welche Verfahren anzuwenden sind, bestimmt sich nach den Eigenschaften des jeweiligen Produktionsstandortes und nach der Bodenart (leichter oder schwerer Boden). Düngung in Hanglagen und Gewässerrandzonen unterliegen verschärften Auflagen.

Es dürfen nur amtlich zugelassene Pflanzenschutzmittel in Verkehr gebracht und eingesetzt werden. Die Zulassung eines Pflanzenschutzmittels wird in Österreich besonders sorgfältig geprüft; Österreich akzeptiert in diesem Bereich nicht automatisch "europäische Zulassungen", sondern nur die strengeren deutschen Zulassungen. Diese restriktive Vorgangsweise sichert einerseits einen extrem hohen Umweltstandard, belasten aber andererseits die österreichischen Rübenbauern mit deutlich höheren Produktionskosten.

Maßnahmen auf freiwilliger Basis

Der Großteil der Rübenbauern wirtschaftet gemäß dem "Österreichischen Programm zur Förderung einer umweltgerechten, extensiven und den natürlichen Lebensraum schützenden Landwirtschaft – ÖPUL“. Kernpunkte dabei sind eine sachgerechte Düngung, die Reduktion bzw. der Verzicht auf ertragssteigende Betriebsmittel, eine integrierte Pflanzenproduktion, die Begrünung von Ackerflächen im Herbst und Winter, Erosionsschutz im Ackerbau und vorbeugender Gewässerschutz.

EUF - Elektro-Ultra-Filtrationsverfahren

Mit der EUF-Methode steht dem österreichischen Zuckerrübenanbau seit mehr als

25 Jahren ein System zur Optimierung der Düngung zur Verfügung. Schwerpunkt der Untersuchungs- und Beratungstätigkeit bildet dabei der Stickstoff, der einerseits zur Synthese von Pflanzenprotein lebenswichtig ist, von dem ein Zuviel jedoch zu schweren Schäden in der Umwelt, insbesondere im Grundwasser führen kann. Die regelmäßige Untersuchung der Böden aller österreichischen Rübenbauern wurde daher in der österreichischen Zuckerwirtschaft schon vor mehr als 20 Jahren eingeführt. Darüber hinaus ist sie heute Teil der Dokumentation der Qualität der landwirtschaftlichen Produktion, insbesondere im Rübenbau.

Die Ergebnisse der EUF-Bodenuntersuchung werden in den ÖPUL-Programmen, aber auch in ausländischen Programmen zur integrierten Produktion anerkannt.

Beregnung

Die Zuckerrübe verträgt Trockenheit im Hochsommer über einen längeren Zeitraum gut, so dass nur eine geringe Beregnung notwendig ist. Das Wasserdefizit schwankt von Jahr zu Jahr und Anbaugebiet. Rund 20 % der österreichischen Rübenanbaufläche wird beregnet. Durch den Einsatz von Methoden zur Bestimmung der Bodenfeuchtigkeit, wie z.B. der Gipsblockmethode, lässt sich der richtige Zeitpunkt für die Beregnung und die notwendige Menge genau eingrenzen.

Dies schont einerseits die Grundwasserressourcen und verhindert andererseits den Austrag leicht löslicher Pflanzennährstoffe.

Rübenanbau ist umweltfreundlich

Im Anbau von Zuckerrüben wurden in den letzten 20 Jahren erhebliche Forschritte erreicht und das sowohl in den für die Landwirte wichtigen Kriterien Qualität und Ertrag, wie auch auf dem Gebiet des Umweltschutzes.

Die zukünftige Ausrichtung des Rübenbaues wird noch stärker als bisher die Umwelt im Auge haben.

Diese Zielrichtung steht nicht im Widerspruch zum ökonomischen Erfolg - im Gegenteil: nachhaltiges und umweltbewusstes Wirtschaften stehen bei der Rübe im Einklang mit der Produktion hoher Qualität!

Integrierte Produktion

Der überwiegende Teil der österreichischen Rübenbauern nimmt am Umweltprogramm „IP – Integrierte Produktion“ teil, das strenge Auflagen zum Schutz unserer Umwelt vorsieht. Die Landwirte sind verpflichtet, tagesgenaue Aufzeichnungen über die Feldarbeit zu erstellen, dürfen nur zertifiziertes Saatgut verwenden und ganz wenige ausgewählte, umweltnahe Pflanzenschutzmittel einsetzen. Das strenge Korsett der Vorschriften wird von der Agrarmarkt Austria (AMA) kontrolliert. Damit gewährleisten die österreichischen Rübenbauern eine umweltgerechte Landwirtschaft und ein gesundes Nahrungsmittel: Unseren Zucker.

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