Die Rübenbauern

Auslaufen der EU-Zuckerquoten führte den Rübenanbau in eine
schwere Krise

ÖZVG verzinst die Geschäftsanteile ihrer Mitglieder mit 5,5 %

Am Dienstag, dem 12. Dezember 2017, fand in St. Pölten die 18. Generalversammlung der Österreichischen Zuckerrübenverwertungs-genossenschaft (ÖZVG) statt. Diese Genossenschaft bündelt die Beteiligung der Rübenbauern an der AGRANA Beteiligungs-AG und verwaltet die handelbaren Lieferrechte ihrer Mitglieder.

Das Jahr 2017 war das erste Rübenanbaujahr ohne EU-Zuckerquoten und ohne Rübenmindestpreise für die Landwirte.

Das neue Vertragsmodell, das letztes Jahr monatelang verhandelt und ausgearbeitet wurde, bedeutete Planbarkeit für Landwirte und AGRANA und ist von Vernunft und Nachhaltigkeit getragen. Ein faires, zuckerpreisabhängiges Ableitungssystem für die Zuckerrübenpreise ist einer der Kernpunkte der neuen Regelung.

Zuckermarkt ist aus dem Gleichgewicht geraten

„Leider sind in diesem Jahr einige unserer Befürchtungen eingetreten. Durch die unverständlich starke Flächenausweitung in den europäischen Produktionsländern ist nun viel zu viel Zucker am Markt. Da hilft es auch nichts, dass wir als einziges Land in der EU die Flächen geringfügig reduziert haben. Der Weltmarktpreis ist wieder massiv gefallen, sodass die produzierten Übermengen dort nicht vernünftig abgesetzt werden können. Die Folge daraus ist ein verfallener Zuckerpreis in Europa, der einen aggressiven Preiskampf und Verdrängungswettbewerb in Gang gesetzt hat“, beschreibt der Obmann der ÖZVG, Präs. DI Ernst Karpfinger, die gegenwärtige Situation am Zuckermarkt.

Zuckerwirtschaft in Europa ist gefordert „Auf europäischer Ebene nützen wir all unsere Kontakte und Möglichkeiten, auch die anderen Rübenbauernkollegen davon zu überzeugen, den nach wie vor anhaltenden Wünschen der Zuckerindustrie, die Produktionsausweitung aufrechtzuerhalten, entschieden entgegenzutreten, denn Überproduktion wird der gesamten Branche dauerhaft schlechte Preise bescheren“, so Karpfinger weiter.

Karpfinger betonte bei der Generalversammlung, dass vor allem auch die Zuckerindustrien starkes Interesse an einer marktkonformen Produktion haben müssten, denn jeder Rübenbauer kann jährlich reagieren und die Zuckerrübe durch eine andere Kultur mit weniger wirtschaftlichem Risiko am Betrieb ersetzen. Die Zuckerindustrie hingegen hat keine andere Option hinsichtlich des Rohstoffes Zuckerrübe.

Neu- und Wiederwahlen im Vorstand und Aufsichtsrat

Bei der Generalversammlung gab es im Rahmen der Wahlen Neubestellungen in den Vorstand und Aufsichtsrat. Die beiden Obmannstellvertreter Karl Zittmayr aus Enns und Johann Wurzinger aus Tadten sowie das Aufsichtsratsmitglied Richard Hogl aus Immendorf standen zur Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Als Obmannstellvertreter folgten Franz Weinbergmair aus Buchkirchen und Markus Fröch aus Zemendorf. Dem bisherigen Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Franz Weinbergmair, folgte Josef Hartl aus Geinberg und anstelle von Richard Hogl wurde Rudolf Bohrn aus Bernhardsthal in den Aufsichtsrat gewählt.

Alle anderen turnusmäßig ausscheidenden Mandate des Vorstandes und Aufsichtsrates wurden für die nächste Funktionsperiode ebenfalls wiedergewählt. Sämtliche Wahlen erfolgten einstimmig.

Verzinsung der Geschäftsanteile mit 5,5 %

Die rund 6.100 Mitglieder profitieren in Form der Verzinsung der Geschäftsanteile vom besonders erfreulichen Ergebnis des abgelaufenen Wirtschaftsjahres der ÖZVG.

Die Generalversammlung beschloss auf Vorschlag des Vorstandes eine Verzinsung der Geschäftsanteile von 5,5 %.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Die Rübenbauern Ing. Markus Schöberl

T +43 1 406 54 75 20

m.schoeberl@rueben.at

www.ruebenbauern.at

EU-Zuckerquoten laufen mit Ende September aus

Der europäische Zuckermarkt gerät ins Ungleichgewicht

Die europäischen Zuckerquoten, die jedem nationalen Zuckerunternehmen einen Teil der benötigten Zuckerproduktion zugesichert haben, laufen Ende September aus. Die Vermarktung aus der alten Ernte 2016 innerhalb der Quotenregelung ist in wenigen Tagen Geschichte.

Die österreichischen Rübenbauern haben bereits mit dem heurigen Anbau den Weg in das neue Zeitalter begonnen, denn die Vermarktung des Zuckers aus diesen Rüben erfolgt ab Oktober 2017 ohne vorgegebene Regelung durch die EU.

Die Interessenvertretung der rund 6.200 österreichischen Rübenbauern „DIE RÜBENBAUERN“ haben für die neue Ära mit dem Zuckerunternehmen AGRANA eine Vereinbarung getroffen, mit der auch in einem völlig geöffneten Markt innerhalb Europas auf die bisherigen Gepflogenheiten aufgebaut werden konnte.

„Mir war wichtig, dass es zu keinem Systembruch gegenüber den bisher gewohnten Regelungen gekommen ist, allerdings mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass es für die Zuckerrüben keinen Mindestpreis mehr gibt, sondern künftig ein vom Zuckerpreis abhängiger Rübenpreis ausbezahlt wird“, erklärt der Präsident der österreichischen Rübenbauern, DI Ernst Karpfinger.

Die europäische Zuckerindustrie hat sich zum Ziel gesetzt, die Auslastung der Zuckerfabriken zu erhöhen, um die Fixkosten zu reduzieren und die Rübenbauern animiert, die Flächen auszuweiten. In Europa wurden heuer die Anbauflächen insgesamt um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausgeweitet. Nicht aber in Österreich, hier erfolgte sogar eine geringfügige Reduktion, denn Österreich hat seit der Schließung der Zuckerfabrik Hohenau in den beiden verbleibenden Werken Tulln und Leopoldsdorf bereits seit über 10 Jahren eine höhere Auslastung als die übrigen europäischen Zuckerfabriken erst jetzt anstreben.

Durch die Flächenausweitung in Europa bei gleichzeitig stagnierendem Zuckerverbrauch schlittert die Zuckerwirtschaft nun in eine Überproduktion, die sich auf den Zuckerpreis und damit auf den Rübenpreis sehr negativ auswirken wird, weil damit weder die Kosten der Zuckerproduktion noch die Kosten der

Rübenproduktion abgedeckt werden können. In Österreich kommt noch erschwerend hinzu, dass im östlichen Anbaugebiet durch die ausbleibenden Niederschläge im heurigen Sommer die Rübenerträge um ein Drittel bis zur Hälfte geringer sind als in einem Durchschnittsjahr.

Aber auch in den westlichen Anbauländern, die heuer sehr gute Erträge erwarten, bereiten den Rübenbauern sinkende Rüben- und Zuckerpreise Sorgen. „Es liegt daher auch in der Verantwortung der europäischen Rübenbauern, den Ausweitungswünschen der Zuckerindustrie entgegenzutreten, wenn eine wirtschaftlich sinnvolle Rübenproduktion damit unmöglich ist“, appelliert Ernst Karpfinger an die europäischen Rübenbauernkollegen.

Unser klares Ziel ist es, die beiden österreichischen Zuckerfabriken weiterhin mit ausreichend Rüben zu versorgen, denn die Zuckerrübe hat ihren Stellenwert in der Fruchtfolge und sichert den Konsumenten durch eine nachhaltige, umweltschonende und gentechnikfreie Produktion ein hochwertiges Grundnahrungsmittel.

„Das Zuckerunternehmen AGRANA wird zur künftigen Flächenstabilisierung zur Erreichung dieses Ziels Maßnahmen ergreifen müssen, denn die Situation ist derzeit wirklich ernst“, fordert Karpfinger.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Die Rübenbauern

Ing. Markus Schöberl

T +43 1 406 54 75 21

M +43 664 30 78 911

m.schoeberl@rueben.at

www.ruebenbauern.at

Karpfinger: Zuckermarkt seit zwei Jahren in starken Turbulenzen

.
Rübenanbau steht ab 2017 vor einer Weggabelung

Der Rübenbauernbund für Niederösterreich und Wien, die Interessenvertretung der rund 5.200 Rübenbauern von Niederösterreich und Wien und damit die größte der vier regionalen Rübenbauernorganisationen mit insgesamt 6.700 Rübenbauern, hielt heute seine jährliche Generalversammlung ab.

Obmann Ernst Karpfinger berichtete, dass der Zuckermarkt seit nunmehr zwei Jahren in Folge aus dem Gleichgewicht geraten sei. Der Verdrängungswettbewerb sei angesichts des Auslaufens der Zuckerquoten ab 2017 bereits jetzt schon voll im Gange und setze den Zuckerpreis unter Druck, sodass gegenwärtig der Zucker in Europa so billig ist wie noch nie. Mittlerweile ist sogar der europäische Markt für jene Länder, die keinerlei Zölle bei der Lieferung nach Europa bezahlen müssen, unattraktiv geworden.

Verschiedene Strategien ab 2017

Derzeit versuchen große Marktteilnehmer über die Ausweitung der Kampagnelänge die Stückkosten pro Tonne Zucker noch mehr abzusenken, um den Preiskampf weiter fortzuführen. Gleichzeitig sollen auch die Rübenpreise selbst niedriger werden und der Mindestpreis entfallen.

Die Kampagneverlängerung von derzeit durchschnittlich 100 auf 120 Tage in Europa wird bei Aufrechterhaltung aller Fabrikstandorte zu einer entsprechenden Produktionssteigerung führen und letztendlich den Zuckerpreis weiter unter Druck setzen. Mit dieser Strategie wollen die größeren Marktteilnehmer die schwächeren Produktionsländer offensichtlich zum Aufhören zwingen. Allerdings gibt es dort gekoppelte Flächenzahlungen für die Rübenproduktion, die diese Entwicklung verzögern oder verhindern.

Ernst Karpfinger sieht aktuell Parallelen zum Milchsektor, der mit der Strategie der Produktionsausweitung in eine große Krise geschlittert ist. „Es wäre daher sinnvoller, die Kapazitäten an den Markt anzupassen und damit ein Marktgleichgewicht herzustellen, wie dies bisher über die Quoten geregelt war“, ist Ernst Karpfinger überzeugt. Das bedeute natürlich, dass in Europa weitere Fabrikschließungen notwendig werden, so wie dies in Österreich bereits 2006 erfolgt ist. Österreich hat seither eine Kampagnelänge von durchschnittlich 130 Tagen und liegt bereits auf dem Niveau, auf das sich nun alle europäischen Zuckerindustrien erst hinbewegen wollen.

Es wird in nächster Zeit vieles von der Reaktion der Rübenbauern abhängen, denn sie entscheiden letztendlich, ob sie den Preiskampf der Zuckerindustrie durch billige Rüben unterstützen oder Rübenpreise verlangen, die ein positives Wirtschaften ermöglichen. Der Zusammenhalt der Rübenbauern über ihre Vertretungen wird daher künftig wichtiger denn je.

Freihandelsabkommen kritisch beobachten

Angesichts des derzeitigen Preisdrucks verfolgen wir mit Skepsis die aktuell verhandelten Freihandelsabkommen, wie TTIP, Mercosur oder dem EU-Ukraine Freihandelsabkommen, denn solche Abkommen haben den Nebeneffekt, dass die gehandelten Produkte zollfrei und somit billiger in den EU-Raum eingeliefert werden können. Die bisherigen Freihandels- oder Zollfreiabkommen haben dazu geführt, dass das Zuckerpreisniveau entsprechend abgesenkt und eine gut funktionierende europäische Rüben- und Zuckerbranche über Jahre zerstört wurde. Nun machen einige sogenannte Ernährungsexperten den billigen Zuckerpreis für einen gesteigerten Zuckerkonsum verantwortlich. Das hat in Großbritannien dazu geführt, den Zuckerpreis über Zuckersteuern wieder anzuheben, um so den Konsum einzudämmen. „Das ist absurd! Zuerst senkt man durch die europäische Marktöffnungspolitik den Zuckerpreis ab, um der obersten Maxime zu folgen, billige Nahrungsmittel für die Bevölkerung zu haben und dann möchte man den Konsum eindämmen, indem man über neue Steuern Nahrungsmittel wieder verteuert. Gleichzeitig verlieren Rübenbauern und Fabrikarbeiter ihre Lebensgrundlage“, fasst Ernst Karpfinger diese Entwicklung zusammen.

 

„Wir brauchen jetzt keine weiteren Regulative, sondern kostendeckende Rüben- und Zuckerpreise und einen vernünftigen Konsum von Zucker“, appelliert Karpfinger an Politik, Marktteilnehmer und Konsumenten.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Die Rübenbauern

Ing. Markus Schöberl

T +43 1 406 54 75 20

m.schoeberl@rueben.at

www.ruebenbauern.at

ÖZVG verzinst die Geschäftsanteile ihrer Mitglieder mit 5,5 %

.
Rahmenbedingungen ab 2017 entscheidend für die Zukunft

St. Pölten, 11.12.2015 - Am Freitag, dem 11. Dezember 2015, fand die 16. Generalversammlung der Österreichischen Zuckerrübenverwertungsgenossenschaft (ÖZVG) statt. Diese Genossenschaft bündelt die Beteiligung der Rübenbauern an der AGRANA Beteiligungs-AG und verwaltet die handelbaren Lieferrechte ihrer Mitglieder.

 

Die Zuckerrübe ist unter wirtschaftlichem Druck

Obmann Ernst Karpfinger berichtete über die seit Monaten angespannte Lage am Zuckermarkt. Seit der Ankündigung der Europäischen Kommission, die EU-Zuckerquoten ab 2017 auslaufen zu lassen, schlitterte der Rübenanbau in die schwierigste Phase seit langer Zeit. Die Zuckerpreise sind durch einen Verdrängungswettbewerb mit Preisdumping derartig verfallen, dass die daraus abzuleitenden Rübenpreise eine kostendeckende Rübenproduktion derzeit unmöglich machen. „Das ist gefährlich, denn jeder Rübenbauer kann jährlich reagieren und die Zuckerrübe durch andere Kulturen mit weniger wirtschaftlichem Risiko am Betrieb ersetzen. Bereits im letzten Jahr schon war die Rübenproduktion in vielen Fällen nicht kostendeckend. Wenn einmal ein Landwirt den Rübenanbau einstellt, kommt er so schnell nicht wieder zurück“, warnt Karpfinger.

 

Leichte Trendumkehr auf den Märkten erkennbar

Momentan sinken am Weltmarkt und auch in Europa die Lagervorräte. Am Weltmarkt hat sich der Preis dadurch schon geringfügig erholt. Das wird sich auch im importabhängigen Europa ebenfalls positiv auswirken, denn in Europa selbst sind die Quotenzuckerüberlager aus der Marktöffnungspolitik der Europäischen Kommission aus den Vorjahren weitestgehend abgebaut. Rechnet man zum derzeitigen Weltmarktpreis den Transport nach Europa und den Zoll dazu, dann ergibt sich ein Preis, der deutlich über dem derzeitigen Preisniveau in Europa liegt. „Ein vorsichtiger Optimismus einer längst notwendigen Preiserholung ist daher angebracht. Die Schleuderpreise der letzten beiden Jahre sollten nun ein Ende haben, es sei denn, die Unvernunft der Zuckerindustrien verhindert die logische Preiserholung“, erklärt Karpfinger.

Verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend für Zukunft In Europa werden momentan zwischen Zuckerindustrien und Rübenbauernverbänden Gespräche über die künftigen Rahmenbedingungen in einem liberalisierten Markt ab 2017 geführt. Im kommenden Jahr erfolgt der letzte Anbau im Rahmen der Zuckermarktordnung. Daher müssen 2016 die neuen Regelungen vereinbart werden, die dann ab dem Anbau 2017 gelten. Dabei ist es für Karpfinger wichtig, dass es zu keinen starken Systembrüchen kommt, man müsse sich aber den Veränderungen stellen und für Zuckerindustrie und Rübenbauern verlässliche Rahmenbedingungen vereinbaren.

 

Neu- und Wiederwahlen in Vorstand und Aufsichtsrat

Bei der Generalversammlung gab es im Rahmen der Wahlen Neubestellungen in den Vorstand und Aufsichtsrat. Vorstandsmitglied Norbert Andrä aus Zwölfaxing und Aufsichtsratsmitglied Franz Schwameis aus Schrattenbruck standen für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Ihnen folgten Josef Haller aus Tresdorf in den Vorstand und Lorenz Bauer aus Tiefenthal in den Aufsichtsrat nach.

Obmann Ernst Karpfinger aus Baumgarten und Obmannstellvertreter Karl Zittmayr aus Enns standen ebenfalls zur Wiederwahl und wurden bestätigt. Alle anderen, turnusmäßig ausscheidenden Mandate des Vorstandes und Aufsichtsrates wurden für die nächste Funktionsperiode ebenfalls wiedergewählt. Sämtliche Wahlen erfolgten einstimmig.

Verzinsung der Geschäftsanteile mit 5,5 %

Wirtschaftlich besonders erfreulich war das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres der ÖZVG, von dem die rund 6.000 Mitglieder in Form der Verzinsung ihrer Geschäftsanteile profitieren.

Der Vorstand schlug der Generalversammlung eine Verzinsung der Geschäftsanteile von 5,5 % vor, die diese auch einstimmig annahm.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Die Rübenbauern

Ing. Markus Schöberl

T +43 1 406 54 75 20

m.schoeberl@rueben.at

www.ruebenbauern.at

Zuckerrübenernte 2015 gestartet

Die Rübenernte steht im Schatten schwieriger Rahmenbedingungen: Die extrem trockenen Sommermonate haben den Ertrag deutlich verringert. Zusätzlich kämpfen die Rübenbauern mit Dumpingpreisen am Zuckermarkt.

Wien, 15. September 2015

Die diesjährige Rübenernte wird deutlich geringer ausfallen als im Durchschnitt der letzten Jahre. DI Ernst Karpfinger, Präsident der Interessenvereinigung „Die Rübenbauern“, erklärt den Minderertrag mit der extremen Trockenheit im Sommer: „Wir rechnen mit einem Minus von rund 15 Prozent beim Ertrag. Erst dank des lang ersehnten Regens Mitte August konnten sich die Rüben wieder etwas erholen. Allerdings waren die Schäden in manchen Regionen bereits so groß, dass der Regen dort nichts mehr retten konnte.“

Zahlen und Fakten zur Zuckerrübenernte 2015  

In den nächsten drei Monaten wird eine Menge von geschätzten 2,8 bis 3,0 Millionen Tonnen Rüben – das sind um 15 Prozent weniger als in den Vorjahren – von den Feldern eingefahren, auf Rübenlagerplätzen zwischengelagert und schließlich zur Verarbeitung in die beiden Zuckerfabriken verfrachtet. Die Anbaufläche in Österreich betrug 2015 rund 45.500 Hektar und wurde von knapp 7.000 Rübenbauern bewirtschaftet.

Der Ernteertrag wird heuer mit durchschnittlich 62 Tonnen Zuckerrüben je Hektar geschätzt, während er in den Vorjahren auf rund 73 Tonnen kam. In einer gemeinsamen Abstimmung mit der Landwirtschaftskammer Österreich wurde ein Schaden von etwa 15 Millionen Euro gegenüber den Vorjahren durch die Wetterkapriolen festgestellt.


Zeitlicher Ablauf der Zuckerrübenernte 2015   

In den noch relativ warmen Septembertagen werden anfangs nur so viele Zuckerrüben von den Feldern auf die Lagerplätze gebracht, wie sie rasch zur Zuckerfabrik geliefert und unmittelbar verarbeitet werden können, um ein Verderben zu verhindern. Mit Beginn der kälteren Periode ab Mitte Oktober werden größere Mengen geerntet und auf die Zwischenlager verbracht. Abgeschlossen wird die Ernte bis ungefähr Ende November sein.

Die Verarbeitung der Rüben in den beiden Zuckerfabriken Tulln und Leopoldsdorf läuft durchgehend bis in die zweite Jännerhälfte des nächsten Jahres und wird ca. 120 Tage dauern.

Schwieriges Marktumfeld – Preisdumping

Die Situation der Rübenbauern wird durch einen Verdrängungswettbewerb noch weiter erschwert. Bekanntlich haben die europäischen Institutionen beschlossen, die bisher geltende Quoten­regelung mit dem Jahr 2017 auslaufen zu lassen. Damit endet auch die nationale Mengenzuordnung der europäischen Gesamtproduktion, die für Planbarkeit und Ordnung am Markt gesorgt hat. „Die Folgen dieser Marktöffnung zeigen sich in aller Schärfe“, beschreibt Ernst Karpfinger die Situation am Markt, „denn viele Zuckererzeuger versuchen jetzt bereits mit Kampfpreisen ihre Konkurrenz zum Aufgeben zu zwingen“.

Weil die Preise für Zuckerrüben in einem direkten Verhältnis zu den Zuckerpreisen stehen, droht den Rübenbauern neben dem deutlich verringerten Ernteertrag jetzt auch ein Minus bei den Abnahmepreisen. Der Effekt aus Minderernte und Preisverfall wird auf rund 35 Prozent des bisherigen Ertrags geschätzt.

Ernst Karpfinger weist eindringlich darauf hin, dass die österreichische Rübenproduktion in Gefahr ist: „Wir stehen jetzt an einem Scheideweg. Die österreichischen Landwirte arbeiten beim Anbau von Zuckerrüben ohne Einsatz von Gentechnik und mit Umwelt schonenden Methoden. Soll das erhalten bleiben, soll die Eigenversorgung Österreichs mit Zucker sichergestellt werden, sollten Konsumenten und Weiterverarbeiter auf die Marke ‚Wiener Zucker‘ greifen.

Angesichts der momentanen Überlegungen der Europäischen Kommission, der krisengeschüttelten Milchwirtschaft nach dem Quotenende finanziell zu helfen, fordern wir abermals die Europäische Kommission auf, die Produktionsabgabe, die den europäischen Rübenbauern und Zuckerindustrien jährlich € 160 Mio. ohne jegliche Gegenleistung kostet, als Zeichen des guten Willens und der Soforthilfe unverzüglich einzustellen.“

 

Für mehr Informationen wenden Sie sich bitte an:

Ing. Markus Schöberl

Die Rübenbauern

m.schoeberl@rueben.at

01 406 54 75 20

www.ruebenbauern.at

 

 

110 Jahre Rübenbauernbund für Niederösterreich und Wien

Ein Jubiläum in herausfordernden Zeiten

Vor 110 Jahren, im Juli 1905 wurde in Lassee im Marchfeld der Rübenbauernbund für Niederösterreich und Wien von 138 Marchfelder Bauern gegründet. In den damaligen, wirtschaftlich schwierigen Zeiten galt es, gemeinsam die Interessen der Bauern gegen die Großgrundbesitzer und die sich dynamisch entwickelnde Industrie durchzusetzen.
Ernst Karpfinger, der seit zehn Jahren als Obmann die Geschicke des Rübenbauernbundes leitet, weist darauf hin, dass die seinerzeit begründete Solidarität der Rübenbauern bis heute ein Erfolgsmodell ist: „Die Rübenbauern haben eine gute Tradition darin, Probleme gemeinsam anzugehen und zu lösen. Es gab in der langen Geschichte unserer Organisation viele Höhen und Tiefen, wir haben sie durch ein konstruktives Miteinander immer zum Besten der Mitglieder gestaltet. Unsere Vorväter mussten sich gegen Ausbeutung wehren, wir heute sind herausgefordert, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. So verschieden die Anforderungen auch sein mögen, die Lösung besteht stets in der Gemeinsamkeit.“

110 Jahre mit zahlreichen Veränderungen
Ein Rückblick auf die Jahre ab 1905 zeigt die dramatische Veränderung im Bereich des Rübenanbaus und der Zuckerproduktion. Dank moderner Maschinen und Anbaumethoden ist heute nur rund ein Zehntel an Arbeitskräften für dieselbe Menge an Rüben notwendig. Gab es in der Vergangenheit bis zu sieben Zuckerfabriken, so schaffen heute die beiden Standorte in Tulln und Leopoldsdorf dank einer perfekten Logistik in Zusammenarbeit mit den Rübenbauern die gesamte Zuckerproduktion.

Es war eine der großen, positiven Entscheidungen in der Geschichte des Rübenbauernbundes, sich an der österreichischen Zuckerindustrie, der Agrana zu beteiligen. Damit sind die Rübenbauern ein Partner der Industrie auf Augenhöhe und können gemeinsam mit ihr an die anstehenden Herausforderungen herangehen.

Gleich geblieben ist in den 110 Jahren der hohe Umweltanspruch, den die Rübenbauern verfolgen. Geringstmöglicher Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und der Verzicht auf Gentechnik stellen höchste ökologische Qualität sicher.

 

Wir stehen vor herausfordernden Zeiten
Ernst Karpfinger verweist auf die Themen der nächsten Zukunft: „Im Jahr 2017 werden die letzten Regeln der europäischen Marktordnung aufgehoben sein. Der nicht immer fair ausgetragene, internationale Wettbewerb hat unser Land bereits jetzt erreicht. Mit Dumpingpreisen versuchen andere europäische Zuckerindustrien ihren Markt zu erweitern und nach Österreich einzuliefern. Damit es auch zukünftig ökologisch angebaute Zuckerrüben als Vorprodukt der österreichischen Zuckerproduktion gibt, müssen wir Rübenbauern, aber auch alle unsere Partner, wie Zuckerindustrie und Handelsketten, zusammenstehen.“

Zahlen und Fakten
Der Rübenbauernbund für Niederösterreich und Wien ist die Interessenvertretung der rund 5.400 Rübenbauern von Niederösterreich und Wien und damit der größte der vier Verbände mit insgesamt 7.000 Rübenbauern in Österreich.
In den letzten Jahren wurden im Verbandsgebiet Niederösterreich und Wien auf rund 38.000 Hektar Zuckerrüben angebaut und jährlich etwa 2,7 Millionen Tonnen Zuckerrüben und somit rund drei Viertel der Gesamternte Österreichs produziert. Daraus konnten im Durchschnitt jährlich 390.000 Tonnen Zucker hergestellt werden.

 

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Die Rübenbauern
Ing. Markus Schöberl
T +43 1 406 54 75 20
m.schoeberl@rueben.at
www.ruebenbauern.at

Zuckerrüben für Österreich – gentechnikfrei

Die Rübenbauern stellen derzeit auf ihren Feldern Tafeln auf, die darauf aufmerksam machen, dass hohe Qualität und gentechnikfreie Produkte nur bei Zucker aus heimischen Rüben gewährleistet sind.

 
Wien, 21. Mai 2015
 
Die Zuckerrüben machen wieder auf sich aufmerksam. Wie jedes Jahr haben die Rüben­bauern auf ihren Feldern Tafeln aufgestellt, die auf die großen Vorzüge dieser Feld­frucht verweisen.
 
Die Aufschrift „Unsere Zuckerrüben für Österreich“ zeigt auf, dass auf dem Feld eine Frucht wächst, die nach den strengen heimischen Vorschriften schonend und Kon­sumenten­-freundlich angebaut wird. Sparsamster Einsatz von Produktionsmitteln und sorgsame Arbeit der Bauern stehen im Vordergrund.
 
Während Europa seine Bürger insgesamt nicht mehr mit Zucker selbstversorgen kann, liefern die österreichischen Landwirte eine ausreichende Menge an Zuckerrüben, um hier­zulande die Versorgung mit hochwertigem Zucker sicher zu stellen. Damit wissen die Konsumenten mit Gewissheit, dass sie werthaltige Produkte in den Regalen vor­finden.
 
Der Zusatz „gentechnikfrei“ auf den Feldtafeln macht allerdings darauf aufmerksam, dass es heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist, in den Regalen Zucker aus heimischer Produktion vorzufinden. Große Handelsketten haben damit begonnen, bei den Eigenmarken ausländischen Zucker abzufüllen, auch wenn sie in ihrer Werbung den Österreich-Aspekt besonders betonen. Die Packungen weisen keine Herkunfts­be­zeichnung aus, weil das unverständlicher Weise nicht gesetzlich vor­geschrieben ist. Wo heute noch europäischer Zucker in den Packerln steckt, kann morgen schon Rohrzucker aus Übersee verpackt werden und übermorgen - wenn weitere Freihandelsabkommen abgeschlossen werden - Zucker aus Gen­technik-Produktion drinnen sein.
 
Konsumenten und Weiterverarbeiter, die sicher sein wollen, die beste österreichische Qualität zu kaufen, sollten daher zur Marke „Wiener Zucker“ greifen. Nur sie garantiert den hochwertigen, gentechnikfreien heimischen Zucker.
 
Ernst Karpfinger, Präsident der Interessenvereinigung DIE RÜBENBAUERN verweist auf das hohe Verantwortungs­bewusstsein der österreichischen Landwirte: „Wir setzen alle Anstrengungen, um ein Produkt zu liefern, das hohe Qualität beinhaltet und umweltbewusst, ohne Einsatz von Gentechnik angebaut wird. Mit dem Griff zum „Wiener Zucker“ und damit zur heimischen Ware können die Konsumenten diese Bemühungen unterstützen“.
 
Auch hinsichtlich der Umweltleistung können die Rübenbauern auf ihre Zuckerrübe stolz sein, denn die Rübe wandelt CO2 in Sauerstoff um. Ein Rübenfeld produziert dabei mehr als drei Mal so viel Sauerstoff wie ein gleich großer Wald. Damit verbessert die Rübenproduktion die Luftqualität in Österreich nachhaltig. Der Anbau der Rübe trägt in der Fruchtfolge maßgeblich dazu bei, die Böden auch für andere landwirtschaftliche Produkte ertragreich zu halten.
 

Am 20. Mai fand die Generalversammlung des Rübenbauernbundes für Niederösterreich und Wien statt

Karpfinger: Rüben- und Zuckerbranche in der schwierigsten Phase seit Jahren

Rübenbauern brauchen künftig verlässliche Rahmenbedingungen

Wien, 20. Mai 2015

Der Rübenbauernbund für Niederösterreich und Wien, die Interessenvertretung der rund 5.400 Rübenbauern von Niederösterreich und Wien und damit der größte der vier Verbände mit insgesamt 7.000 Rübenbauern, hielt heute seine alljährliche Generalversammlung ab.

Obmann Ernst Karpfinger ging dabei auf die derzeitige Situation am europäischen Zuckermarkt ein und gab auch einen Einblick in die mögliche Entwicklung in den nächsten Jahren.

Seit der Ankündigung der Europäischen Kommission, ab 2017 die nationalen Zuckerquoten auslaufen zu lassen, ist in der Branche kein Stein auf dem anderen geblieben. „Der Rübenanbau befindet sich in der schwierigsten Phase, an die ich mich als Landwirt erinnern kann“, bringt Karpfinger die momentane Situation auf den Punkt.

Preisverfall um 40% in nur 18 Monaten
Der mehrjährige Aufbau von Quotenzucker-Überlager durch die Marktöffnungspolitik der Europäischen Kommission hat im vergangenen Jahr dazu geführt, dass die Zuckerindustrien in Europa mit Preisdumping diese Mengen rasch loswerden und neue Märkte für die Zukunft erobern wollten. Der Zuckerpreis in Europa ist in den letzten 18 Monaten von ursprünglich durchschnittlich € 700,- pro Tonne Weißzucker um etwa € 280,- oder 40% verfallen. „Dieses Preisdumping ist am Rücken der Rübenbauern ausgetragen worden, denn so schlechte Rübenpreise wie in der abgelaufenen Ernte hatten wir noch nie. Wir konnten damit unsere Produktionskosten kaum decken. Die Europäische Kommission macht trotz mehrmaligem Ansuchen keine Anstalten, der krisengeschüttelten Branche aus ihrer tristen Lage zu helfen“, beschreibt Karpfinger die angespannte Lage.

Die entscheidende Frage für die Zukunft wird sein, ob die Zuckerindustrien in Europa aus dem abgelaufenen Jahr die entsprechenden Lehren ziehen werden. Das letzte Jahr hat gezeigt, dass ein Überangebot an Zucker zu Schleuderaktionen führt. Die Produktion muss daher an den Bedarf besser angepasst werden.
„Die Zuckerindustrie verschenkt momentan mit jeder Tonne Zucker Geld. Der Weltmarktpreis zuzüglich dem Transport nach Europa und Zoll ergäbe einen um etwa € 100,- höheren Zuckerverkaufspreis als er gegenwärtig von europäischen Produzenten angeboten wird“, rechnet Karpfinger vor.

Verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend für Zukunft
In Europa werden momentan zwischen Zuckerindustrien und Rübenbauernverbänden erste Gespräche über die künftigen Rahmenbedingungen in einem liberalisierten Markt ab 2017 geführt.
Dem Vernehmen nach streben die Zuckerindustrien eine maximale Auslastung ihrer Fabriken an. Damit käme es zu Produktionsausweitungen und der Preiskampf würde fortgeführt. Gleichzeitig stellen die Produzenten aber die Mindestpreise und andere bisherigen Rahmenbedingungen für die Rübenbauern in Frage.

Karpfinger warnt vor dieser gefährlichen Entwicklung: „Produktionsausweitung um jeden Preis und ohne entsprechendem Markt führt in den Ruin. Kommt es nun zusätzlich zu extremen Systemumbrüchen für die Rübenbauern, werden diese mit Flächenreduktion oder sogar Aufgabe der Produktion antworten. Jeder Rübenbauer kann jährlich reagieren und auch andere Kulturen mit weniger wirtschaftlichem Risiko anbauen. Zuckerfabriken können allerdings nur Zuckerrüben verarbeiten. Die Rübenbauern brauchen zumindest mittelfristig verlässliche Rahmenbedingungen, nur die Hoffnung auf Markterholung ist dabei zu wenig.“

Vorzüge der heimischen Produktion
Unterstützung erwarten sich die Rübenbauern auch von den Konsumenten und vor allem von den Großabnehmern. Enttäuscht zeigt sich Karpfinger von den Handelsketten, die mit der Treue zur österreichischen Landwirtschaft werben, aber in ihrem Eigenmarkenzucker nachweislich ausländische Ware abfüllen.
„Wir werden daher wieder verstärkt die Öffentlichkeit über die Vorzüge unserer heimischen, gentechnikfreien Produktion informieren. Neben der Lebensmittelsicherheit durch die umweltschonende und gentechnikfreie Produktion können wir in Österreich auch eine Vollversorgung mit heimischem Zucker sicherstellen“, so Karpfinger.

Die Rübenbauern fordern rasche Entlastung für die angeschlagene Rüben- und Zuckerbranche

Karpfinger fordert das sofortige Aussetzen der Produktionsabgabe, die die Branche jährlich in Höhe von 160 Mio. Euro an die EU ohne Gegenleistung zahlt.

Wien, 21. Jänner 2015

Die österreichische Zuckerwirtschaft leidet derzeit unter einem enormen Preisdruck.

Es kommen mehrere Faktoren zusammen, die zu einem massiven Zuckerpreisverfall in Europa und auch in Österreich geführt haben. Eine Entspannung ist momentan nicht in Sicht.

Wegfall der Quotenregelung löst Preiskampf aus
Die EU hat das Auslaufen der Quotenregelung mit 2017 angekündigt. Als Folge hat bereits jetzt ein innereuropäischer Preiskampf begonnen. Mehrere Länder versuchen durch Dumpingpreise Märkte zu erobern, die ihnen bisher verschlossen geblieben waren.

Hohe Lagerbestände und niedrige Weltmarktpreise drücken auf Markt
Der Wettbewerb wird durch hohe Lagerbestände an Zucker aus den Vorjahren verschärft. Sie resultieren aus einer Marktöffnungs-Politik der Europäischen Kommission, die keinerlei Rücksicht auf die europäische Produktion nimmt. Die derzeit extrem niedrigen Weltmarktpreise bringen Europa zusätzlich unter Druck.

Der Zuckerpreis ist in Folge dieser ungünstigen Marktentwicklung bereits in nur einem Jahr um etwa 200,00 Euro je Tonne Weißzucker gefallen und zeigt weiterhin deutlich fallende Tendenz, so dass die heimische Rüben- und Zuckerwirtschaft mit massiven Verlusten konfrontiert ist. Sie fordert jetzt Entlastung von der Europäischen Union, die zur Zeit mit einer „Produktions­abgabe“ die Zuckerwirtschaft zusätzlich belastet.

Produktionsabgabe kostet Branche jährlich 160 Mio. Euro
Diese Produktionsabgabe von 12,00 Euro je Tonne Weißzucker wird je zur Hälfte von der Zuckerindustrie und den Rübenbauern bezahlt und beläuft sich für Österreich auf rund 4 Millionen Euro, für ganz Europa auf 160 Millionen Euro. Die Abgabe wird jedoch nicht für Zwecke der Rüben- und Zuckerbranche verwendet, sondern zur Gänze dem allgemeinen Budget der EU zugeführt. Für die Zuckerwirtschaft bedeutet diese Abgabe eine weitere, nicht verkraftbare Belastung bei dem gegenwärtig ruinösen Marktpreisniveau.

DI Ernst Karpfinger, Präsident der Vereinigung „Die Rübenbauern“, will sie daher auch nicht mehr hinnehmen: „Die EU-Institutionen haben mit ihren Maßnahmen in den letzten Jahren die Existenz der europäischen Rübenbauern fahrlässig aufs Spiel gesetzt. Es kann nicht sein, dass eine derart bedrängte Branche noch Geld in das allgemeine Budget einzahlen muss. Im Gegenteil sollte die EU sich überlegen, wie sie die heimische Produktion sicherstellen und die in Bedrängnis befindliche Zucker­wirtschaft ökonomisch unterstützen kann.“

Bundesminister Rupprechter unterstützt das Anliegen
Die österreichische Zuckerindustrie und die Rübenbauern haben sich daher an Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter mit der Bitte gewandt, bei seinen Amtskollegen und der EU-Kommission auf eine Abschaffung der Produktionsabgabe bis zum Auslaufen der Quotenregelung zu drängen. Andrä Rupprechter hat bereits zugesagt, dieses Anliegen bei einem der nächsten Landwirtschaftsministerräte zu thematisieren und sich um eine breite Zustimmung seiner europäischen Amtskollegen zu bemühen.

Die Rübenbauern informieren nun auch die europäischen Rübenbauernverbände und ihren europäischen Rübenbauerndachverband CIBE, um die Forderung zur Abschaffung der Produktionsabgabe auf nationaler und europäischer Ebene auf eine breite Basis zu stellen.

Für mehr Informationen wenden Sie sich bitte an:
Ing. Markus Schöberl
Die Rübenbauern
01 406 54 75 20
m.schoeberl@rueben.at
www.ruebenbauern.at

Rübenbauern warnen: Freihandel bringt gravierende Nachteile

Wer für Freihandel eintritt, holt Gentechnik ins Land und gibt die Versorgungssicherheit Europas auf

Seit Monaten werden zwischen der EU und den USA Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) geführt. Auch der Zuckersektor wäre von diesem Abkommen massiv betroffen.
Die Rübenbauern warnen vor den Nachteilen, die in Europa durch das bei Inkrafttreten des zwischen EU und den USA derzeit verhandelten Freihandelsabkommens im Zuckerbereich entstünden. Einerseits würden heute noch nicht genau kalkulierbare, jedenfalls aber bedeutende Zuckermengen auf den heimischen Markt drängen. Anderseits würde es aufgrund der vollkommen unterschiedlichen Produktionsbedingungen in den USA zu Wettbewerbs­verzerrungen zu Lasten der europäischen Zuckerrübenproduktion kommen.

Zuckerrübenanbau in den USA erfolgt mit gentechnisch verändertem Saatgut
Seit Jahren wird in den Vereinigten Staaten der Zuckerrübenanbau mit gentechnisch veränderten Sorten, den sogenannten „Roundup ready-Sorten“ durchgeführt. Diese Sorten ermöglichen eine einfache und zeitsparende  Behandlung mit einem Totalherbizid zur Bekämpfung der Unkräuter in der Kultur. Die Zuckerrübe selbst stirbt dabei nicht ab, weil sie durch die gentechnische Veränderung unempfindlich gegen das Totalherbizid geworden ist.

In Österreich und Europa werden Zuckerrüben ohne gentechnische Veränderung kultiviert. „Wer für Freihandel eintritt, stimmt dem Import von Nahrungsmitteln aus gentechnisch veränderten Pflanzen zu“, erklärt Dipl.-Ing. Ernst Karpfinger, Präsident der Interessenvereinigung „Die Rübenbauern“. Österreich, das bisher immer Nein zu Gentechnik gesagt hat, würde jetzt diese Position aufgeben und Gentechnik durch die Hintertüre des Freihandels zulassen müssen.
Dem nicht genug, entsteht auch eine Wettbewerbsverzerrung, weil die Produktionskosten der Zuckerrübe hierzulande durch die aufwändige, herkömmliche Bewirtschaftung ohne gentechnisch veränderte Pflanzen deutlich höher ausfallen.
Experten rechnen mit Importen von mehreren hunderttausend Tonnen Weißzucker aus den USA, denen weit geringere Exportmengen Europas gegenüber stünden.

Versorgungssicherheit weiter gefährdet
Die Europäische Union hat in der Vergangenheit bevorzugte Marktzutrittsabkommen, insbesondere den ärmsten Ländern der Erde, gewährt. Damit hat Europa auch die Vollversorgung mit Zucker aufgegeben. Heute beträgt der Selbstversorgungsgrad Europas rund 85 Prozent. Alle weiteren Zugeständnisse würden diesen Prozentsatz sinken lassen und Europa immer mehr von Importen abhängig machen.
Gerade bei stark schwankenden Weltmarktpreisen ist das besonders gefährlich.

Bei niedrigen Weltmarktpreisen und einem höheren Preisniveau in Europa, wie es momentan der Fall ist, entsteht ein starker Marktdruck, die Preise werden massiv unter Druck gesetzt und die europäische Produktion ist gefährdet. Wenn einmal heimische Bauern die Zuckerrübenproduktion einstellen und Zuckerfabriken geschlossen werden, gibt es kein Zurück mehr. Die landwirtschaftliche Produktion kann anders als die Industrieproduktion nicht einfach hochgefahren oder zu- und aufgesperrt werden.

Bei guten Weltmarktpreisen werden dann die Importe ausbleiben und es wird die Versorgungssicherheit Europas nicht mehr gewährleistet sein.

Das Ziel der Europäischen Kommission heißt nicht Qualität, sondern Billigstpreis für Lebensmittel
Für Ernst Karpfinger ist klar, dass die Europäische Kommission mit dem Freihandelsabkommen den Preisdruck auf den Agrarmärkten bewusst herbeiführt, damit die Ausgaben für Lebensmittel so gering wie möglich sind und mehr Geld für Konsum- und Luxusgüter zur Verfügung steht. Dabei ist es der Kommission egal, ob viele landwirtschaftliche Betriebe schließen müssen und Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Betrieben verloren gehen.
Am Beispiel Zucker lässt sich das sehr einfach nachvollziehen. Das angekündigte Auslaufen der Zuckerquoten setzt der Branche momentan stark zu, weil gleichzeitig durch Übermengen am Markt ein starker Marktdruck mit einem extremen Preiskampf nach unten entstanden ist. Das Ziel der Europäischen Kommission ist nun eingetreten. Den 7.200 Rübenbauern entgehen durch diesen Preisverfall je nach weiterer Preisentwicklung 30 bis 40 Mio. Euro an Roherlösen.

„So positiv die finanzielle Unterstützung der Europäischen Kommission an die Landwirte anlässlich der Sanktionen gegen Russland und des dadurch in Europa entstandenen Preisverfalls ist, so zynisch ist es, wenn die Kommission zur selben Zeit Vereinbarungen trifft, die darauf hinauslaufen, die Existenz von landwirtschaftlichen Betrieben zu zerstören. Wir brauchen nicht nur kurzfristige Hilfe, sondern vor allem nachhaltige Absicherung der bäuerlichen Strukturen“, zeigt sich Ernst Karpfinger über das unverständliche Agieren der Europäischen Kommission verärgert.

Für mehr Informationen wenden Sie sich bitte an:

Ing. Markus Schöberl
Die Rübenbauern
01 406 54 75 20
m.schoeberl@rueben.at
www.ruebenbauern.at

Zuckerrübenernte 2014 hat begonnen

Das heurige Jahr bringt gute Ernteergebnisse für die heimischen Rübenbauern. Der Wegfall der Marktordnung mit dem Jahr 2017 zeigt jedoch bereits erste, bedenkliche Auswirkungen.

 
Wien, 11. September 2014

Eine mengenmäßig gute Zuckerrübenernte wird in den kommenden drei Monaten von den Feldern eingefahren und auf die Rübenlagerplätze und Zuckerfabriken transportiert.
„Die massiven Niederschläge Ende August und Anfang September haben den Beginn der Zuckerrübenernte erschwert und um mehr als eine Woche verzögert, weil die Zuckerrübenfelder nun schwer befahrbar sind“, berichtet DI Ernst Karpfinger, Präsident der Interessenvereinigung „Die Rübenbauern“. Mit der nun begonnenen Ernte können erste Schätzungen über die Erträge des laufenden Jahres vorgenommen und Prognosen über die nächste Zeit abgegeben werden.
 
Zahlen und Fakten zur Zuckerrübenernte 2014
Der Ernteertrag wird trotz schwieriger Wetterbedingungen gut ausfallen. Mit einer gesamtösterreichischen Rübenmenge von derzeit geschätzten 3,7 Millionen Tonnen wird das Aufkommen des Vorjahrs um rund 7% übertroffen werden. Der Rübenertrag je Hektar wird knapp 75 Tonnen erreichen. Das ist ein Spitzenwert, der in der Vergangenheit nur ein einziges Mal im Jahr 2011 erreicht wurde. Die Anbaufläche in Österreich betrug 2014 rund 50.700 Hektar und wird von 7.200 Rübenbauern bearbeitet.
Die Rübenmenge wird im Weiteren von der Zuckerindustrie zu rund 580.000 Tonnen Zucker verarbeitet werden.

Zeitlicher Ablauf der Zuckerrübenernte 2014
In den noch relativ warmen Septembertagen wird anfangs nur so viel von den Feldern auf die Lagerplätze gebracht, wie die Zuckerfabriken rasch wegführen und unmittelbar verarbeiten können, um ein Verderben der Zuckerrüben zu verhindern. Mit Beginn der kälteren Periode ab Mitte Oktober werden größere Mengen geerntet und auf die Zwischenlager verbracht. Abgeschlossen wird die Ernte bis ungefähr Ende November sein.
Die Verarbeitung der Rüben in den beiden Zuckerfabriken Tulln und Leopoldsdorf läuft durchgehend bis Ende Jänner des nächsten Jahres. Das wird eine Kampagnen­dauer von 145 Tagen ergeben.

Quotenregelung
Derzeit läuft noch die so genannte Quotenregelung im Rahmen der europäischen Zuckermarktordnung, die sicherstellt, dass die österreichische Zuckerindustrie den heimischen Bauern so viele Zuckerrüben zu einem Mindestpreis abkaufen muss, wie zur Erzeugung einer festgesetzten Menge an Zucker für die Nahrungsmittel­produktion notwendig sind. Die derzeit festgesetzte Quoten-Zuckermenge für Österreich beträgt 351.000 Tonnen.
Darüber hinaus wurde in den letzten Jahren ein Industriezuckermarkt aufgebaut, der mit Zuckermengen abgedeckt wird, die über der „Quotenzuckermenge“ liegen und für die Verwendung außerhalb der Nahrungsmittelproduktion verwendet werden. Den Rohstoff dafür liefern ebenfalls die österreichischen Rübenbauern. Für diese Rübenmengen gibt es keine von der EU vorgegebenen Mindestpreise, sondern eine freie Preisgestaltung.

Erste Folgen der angekündigten Marktliberalisierung
Die europäischen Institutionen haben beschlossen, die bisher geltende Quoten­regelung mit dem Jahr 2017 auslaufen zu lassen. Damit endet auch die nationale Mengenzuordnung der europäischen Gesamtproduktion, die für Planbarkeit und Ordnung am Markt gesorgt hat. „Bereits jetzt, vor Auslaufen der Marktordnung hat ein verstärkter und aggressiver Wettbewerb um den europäischen Zuckermarkt begonnen, um neue Märkte zu erobern und andere Zuckererzeuger aus dem Markt zu drängen“, beschreibt Ernst Karpfinger die momentan angespannte Marktsituation.
Dem Vernehmen nach werden aktuell bereits Zuckerpreise von Marktteilnehmern angeboten, die um rund ein Drittel unter dem Durchschnittspreis der letzten drei Jahre liegen.
Dieser Preisverfall hat für die Rübenbauern katastrophale Auswirkungen, denn der von der Zuckerindustrie bezahlte Rübenpreis leitet sich größtenteils von den erzielbaren Verkaufspreisen von Zucker ab.
Gleichzeitig steigen für die Rübenbauern jährlich die Betriebsmittelkosten für die Zuckerrübenproduktion. „Alleine in den letzten zehn Jahren sind diese Kosten um 50% angewachsen. Eine wirtschaftliche Produktion unter den herrschenden Bedingungen ist daher momentan äußerst schwierig“, so Karpfinger.

Künftige Wettbewerbsverzerrungen verschärfen prekäre Situation
Die EU leistet für die Landwirtschaft Ausgleichszahlungen an die einzelnen Mitgliedsländer, die von den nationalen Regierungen unterschiedlich an die landwirtschaftlichen Betriebe verteilt werden. Manche Länder unterstützen die Rübenproduktion zusätzlich mit Flächenprämien. Dies ist jedoch in Österreich nicht der Fall. Die österreichischen Rübenbauern stehen somit vor einem verschärften und ungleichen Wettbewerb bei gleichzeitig stark fallenden Zuckerpreisen.

Für mehr Informationen wenden Sie sich bitte an:
Ing. Markus Schöberl
Die Rübenbauern
m.schoeberl@rueben.at
01 406 54 75 20
www.ruebenbauern.at

Rübenbauern erhöhen ihre Beteiligung an Agrana und nehmen die Zukunft selbst in die Hand

In der Generalversammlung des Rübenbauernbundes für Niederösterreich und Wien warnt Obmann Karpfinger vor den Folgen des aktuellen Ökopopulismus

Wien, 20. Mai 2014
Bei der heutigen Generalversammlung des Rübenbauernbundes für Niederösterreich und Wien berichtete Obmann DI Ernst Karpfinger über die Folgen der enttäuschenden Entscheidung der EU-Institutionen, die EU-Quoten ab 2017 endgültig auslaufen zu lassen. „Der letzte Anbau unter geordneten Rahmenbedingungen erfolgt somit im Jahr 2016, allerdings wirft das Auslaufen der Zuckerquoten bereits seine negativen Schatten in Form eines Verdrängungswettbewerbes durch Preiskampf voraus“, so Karpfinger.
 
EU-Quoten haben bisher für Ordnung gesorgt
Die EU-Quoten haben bisher das Angebot von Zucker an den Bedarf in Europa abgestimmt, für Ordnung im System und Planungssicherheit gesorgt und letztlich durch die einzelbetriebliche Zuordnung den Rübenbauern eine Kraft gegeben, die sie vor einer ständigen Austauschbarkeit geschützt hat. Das ist ab 2017 Geschichte, weshalb anstelle der politischen eine privatrechtliche Vertragswirtschaft unbedingt notwendig wird.
 
Veränderung in der Agrana-Beteiligung führte zum Nachfolgemodell
DIE RÜBENBAUERN haben über ihre Österreichische Zuckerrübenverwertungsgenossenschaft (ÖZVG) im Februar 2014 ihre Beteiligung an der Agrana von 21,69 % auf 31,39 % an der österreichischen Eigentümergruppe deutlich ausgebaut. Ermöglicht wurde dies, weil ein britischer Aktienfonds seine im Streubesitz befindlichen Aktien verkaufen wollte und die österreichische Eigentümergruppe und das deutsche Zuckerunternehmen Südzucker dieses Aktienpaket gemeinsam aufgegriffen haben. Die ÖZVG hat das Gesamtpaket für die österreichische Eigentümergruppe übernommen, so dass es zur Erhöhung der Beteiligung gekommen ist.
Die Bedingung für das finanzielle Engagement war allerdings die Festlegung einer Nachfolgeregelung für die Zeit ohne Quoten.
 
Lieferrechte Ö folgen den EU-Quoten
Mit Agrana haben DIE RÜBENBAUERN nun vereinbart, dass der bisherige Lieferrechtsvertrag Ö, der auf privatwirtschaftlicher Basis von der Österreichischen Zuckerrübenverwertungsgenossenschaft (ÖZVG) im Jahr 1999 im Zuge der damaligen Verdoppelung der Beteiligung an Agrana abgeschlossen wurde, auch nach dem Auslaufen der EU-Quoten gelten wird.
„Mit dieser Nachfolgeregelung haben wir nun unsere Zukunft selbst in die Hand genommen. Ein Zusammenrücken mit dem Zuckerunternehmen ist im beidseitigen Interesse für die Gestaltung der Zukunft sinnvoll“, ist Karpfinger überzeugt.
 
Innereuropäischer Wettbewerb schon bemerkbar
Die europäischen Zuckerindustrien starten momentan, offenbar zur Sicherung der künftigen Märkte, einen Verdrängungswettbewerb über einen Preiskampf, der sich bereits durch eine Abwärtsbewegung der Zuckerpreise deutlich macht. Zusätzlicher Preisdruck wird durch Gewährung von Importquoten durch die europäische Kommission erzeugt. Dieser Markt- und Preisdruck könnte durch den Wegfall der Isoglukosequote ab 2017 noch verstärkt werden.
 
Bedrohung Ökopopulismus
Parallel zu den Spannungen am Markt müssen sich die Landwirte ständig gegen Angriffe von selbst ernannten Experten aus der NGO-Szene wehren, die versuchen, die konventionelle Landwirtschaft in ein falsches Licht zu rücken und stattdessen die biologische Wirtschaftsweise als Allheilmittel für die Ernährung der Weltbevölkerung darzustellen, die Zeit zurückzudrehen und sämtliche Pflanzenschutzmittel verbieten zu wollen.
Will man der Logik der NGO´s folgen, dürfte man allerdings keine Importe aus Ländern zulassen, in denen dann die bei uns verbotenen Mittel und viele weitere darüber hinaus erlaubt sind. Und man muss der Bevölkerung reinen Wein einschenken, dass die Lebensmittel dann wieder teurer werden und die Ausgaben für Nahrungsmittel das Haushaltsbudget stärker belasten werden.
 
„Daheim Wirkstoffe zu verbieten, aber bei den Importen, wie dies etwa durch Freihandelsabkommen ermöglicht wird, die Augen vor den Produktionsbedingungen zu verschließen und damit wirklichen Problemen Tür und Tor zu öffnen, kann nicht die Lösung sein“, kritisiert Karpfinger und fordert die Politik auf, in der Diskussion wieder Sachlichkeit einzufordern, um den Standort Österreich nicht durch einen unfairen Wettbewerb nachhaltig zu gefährden. Die Politik darf sich nicht von den NGO´s gängeln lassen.
 
Rübe hat Zukunft
Österreich ist eine der europäischen Gunstlagen in der Produktion von Zuckerrüben. Deshalb ist diese Ackerkultur ein wichtiger Bestandteil in der österreichischen Landwirtschaft und wird dies auch bleiben. Sie hat auch noch enormes züchterisches Potential und kann damit ihre Wettbewerbsfähigkeit halten und verbessern.
„Wir sind vom Fortbestand des österreichischen Rübenanbaus überzeugt und haben als geeinte und mit der Beteiligung gestärkte Rübenbauern mit einer wettbewerbsfähigen Agrana einen starken und gut diversifizierten Partner, mit dem wir uns den künftigen Herausforderungen stellen und gemeinsam in die Zukunft gehen können“, ist Karpfinger überzeugt.

Rübenbauern stocken Agrana-Beteiligung auf

DIE RÜBENBAUERN haben ihre Agrana-Beteiligung deutlich aufgestockt und damit die Weichen für die Zukunft gestellt.
Innerhalb der österreichischen Eigentümergruppe, die aus Firmen rund um die Raiffeisen Holding Niederösterreich und Wien sowie der ÖZVG, der Österreichischen Zuckerrübenverwertungsgenossenschaft, besteht, konnte die Beteiligung von knapp 22% auf über 31% ausgebaut werden. Somit kommt die ÖZVG über die lang angestrebte Sperrminorität von 25% und erhält damit mehr Mitsprache am Zuckerunternehmen Agrana.

Die Agrana-Beteiligungen werden von der ÖZVG gehalten. Sie ist im Besitz der vier Landesverbände und der rund 5.900 ÖZVG-Mitglieder mit ihren handelbaren Lieferrechten Ö von den insgesamt knapp 7.300 Rübenbauern.
Die Landesverbände haben entweder ihre Agrana-Beteiligungen aus der Vergangenheit, Geldmittel oder beides eingebracht und üben strategischen Einfluss auf die Genossenschaft aus. Die ausgegebenen handelbaren Lieferrechte Ö wurden den Rübenbauern zugeteilt, die die ÖZVG durch ihre Mitgliedschaft finanziell gestärkt haben.

Agrana hat zwei Haupteigentümer:

  • auf österreichischer Seite ist das die ZBG ZuckerbeteiligungsGesmbH und
  • auf deutscher Seite ist das die Südzucker AG.

Diese beiden Eigentümer halten jeweils 50% an der Z&S Zucker und Stärke Holding AG, die die gemeinsam gehaltenen Agrana-Aktien in einer gemeinsamen Aktiengesellschaft hält. Diese Aktiengesellschaft hat bisher 75,5% der Agrana-Aktien gehalten, die restlichen 24,5% befanden sich im Streubesitz.

Rund zwei Drittel des Streubesitzes waren im Besitz eines britischen Aktienfonds, der diese Aktien nun zum Kauf angeboten hat.
Von der Z&S Zucker und Stärke Holding AG wurden 10,6% der Agrana-Aktien aus dem Streubesitze übernommen und über die beiden Eigentümer ZBG ZuckerbeteiligungsGesmbH und Südzucker AG finanziert.
Der Anteil für die österreichische Eigentümergruppe wurde zur Gänze von der ÖZVG aufgebracht, wodurch eine Aufstockung der Beteiligung innerhalb der österreichischen Eigentümergruppe auf über 31% ermöglicht wurde.


 

ÖZVG verzinst die Geschäftsanteile ihrer Mitglieder mit 5,5 %

Präsident Karpfinger verabschiedet Ök.Rat Alois Kowald und Gerald Jungmeier
Personen von links nach rechts: Kowald, Karpfinger, Jungmeier, Schöberl

.
Am Freitag, dem 6. Dezember 2013, fand die 14. Generalversammlung der Österreichischen Zuckerrübenverwertungsgenossenschaft (ÖZVG) statt. Diese Genossenschaft bündelt die Beteiligung der Rübenbauern und deren Verbände an der AGRANA  Beteiligungs AG und hält eine Direktbeteiligung am Ethanolwerk und der Weizenstärkefabrik in Pischelsdorf.
 
Obmann Ernst Karpfinger berichtete über die politischen Entscheidungen im Jahr 2013 im Rahmen der Europäischen Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP).
Die EU-Institutionen beschlossen in einem Kompromiss von Kommission, Parlament und Rat, die Zuckerquotenregelung im Jahr 2017 auslaufen zu lassen und damit den europäischen Zuckermarkt mehr oder weniger dem freien Markt auszuliefern.
In der beschlossenen GAP verlieren die Rübenbauern Zahlungen durch die Umstellung des Fördermodells vom historischen Modell auf das Regionalmodell, weil die Zuckerausgleichszahlung künftig in den allgemeinen Fördertopf einfließt. Weiters sieht Karpfinger die Zahlung der zweiten Säule - insbesondere für IP-Rübe -gefährdet, da Teile der Auflagen bereits in der ersten Säule als Grundbedingung verankert werden.
 
Nachdrücklich verwies Ernst Karpfinger auf die schwierige Lage, in der sich die Rübenbauern und die Landwirte im Allgemeinen heute befinden. An sie werden ständig neue, teilweise widersprüchliche Anforderungen von einer Reihe gesellschaftlicher Kräfte herangetragen.
 
Die Landwirte sollen ständig verfügbare, billige, hochwertige und regionale Lebensmittel liefern, möglichst ohne Pflanzenschutz und jedenfalls ohne Gentechnik produzieren. Man überträgt ihnen die Pflege der Kulturlandschaft, drängt auf Stilllegungen und kürzt gleichzeitig die Ausgleichszahlungen.
„Diese Anforderungen werden bald den Bogen unserer Möglichkeiten überspannen und dazu führen, dass die heimische Nahrungsmittelerzeugung gefährdet ist. Bei den dann zu importierenden Nahrungsmitteln gibt es aber kaum Kontrollmöglichkeiten betreffend Produktionsbedingungen und dem Einsatz der Gentechnik“, stellt Karpfinger fest.
 
Zur Diversifizierung haben sich „Die Rübenbauern“ mit einem starken Partner Agrana an der Seite an der Errichtung des Bioethanolwerkes und der heuer in Betrieb gegangenen Weizenstärkefabrik am Standort Pischelsdorf mit 25% beteiligt. „Wir sind stolz darauf, den Vorteil dieser beiden Projekte frühzeitig erkannt und in sie investiert zu haben, denn die beiden Anlagen haben Österreich von einem Getreideüberschussland zu einem Getreidebedarfsland gemacht und tragen daher zur Stabilisierung der Getreidepreise bei“, zeigt sich Karpfinger überzeugt.
 
Mag. Josef Eisenschenk, Werksleiter der Agrana Bioethanol GmbH, informierte in seinem Festvortrag die Generalversammlung ausführlich über die neu errichtete Weizenstärkefabrik und die Bioethanolanlage. Er stellte fest, dass durch den Produktionsstandort Pischelsdorf, mit der Veredelung von Getreide zu Bioethanol, Weizenstärke, Futtermittel und Kohlendioxid, landwirtschaftlicher Rohstoff gefragt bleibt.
 
Der Geschäftsführer der ÖZVG, Ing. Markus Schöberl, hob in seinem Bericht hervor, dass Agrana für Getreide aus den ÖZVG-Ethanolgetreideverträgen stets über dem Mahlweizenpreis bezahlt hat. Gleichzeitig ist aber die Zahl der Getreideverträge rückläufig. Angesichts des erhöhten Rohstoffbedarfs für Pischelsdorf wäre sowohl für Landwirte als auch für Agrana eine für beide Seiten verlässliche Vertragswirtschaft sinnvoll.
 
Bei der Generalversammlung gab es im Rahmen der Wahlen Neubestellungen in den Vorstand. Als einer der drei Obmannstellvertreter wurde Mag. Christian Konrad aus Kalsdorf (Stmk.) gewählt. Das bisherige Vorstandsmitglied Franz Weinbergmair aus Krenglbach (OÖ) wechselte in den Aufsichtsrat und wurde als Aufsichtsratsvorsitzender gewählt. Ihm folgte in den Vorstand Thaddäus Steinmayr aus Wolfern (OÖ).
Alle anderen, turnusmäßig ausscheidenden Mandate des Vorstandes und Aufsichtsrates wurden für die nächste Funktionsperiode bestätigt. Sämtliche Wahlen erfolgten einstimmig.
Nicht mehr zur Wahl zur Verfügung gestanden sind der bisherige Obmannstellvertreter Ök.Rat Alois Kowald aus Neudorf ob Wildon (Stmk.) und der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Gerald Jungmeier aus Kirchberg-Thening (OÖ). Präs. Karpfinger bedankte sich bei beiden Ausgeschiedenen, die ÖZVG-Gründungsmitglieder im Jahr 1999 waren, für ihren jahrelangen Einsatz und ihre Mitarbeit in der ÖZVG.
Alois Kowald war seit der Gründung Obmannstellvertreter, Gerald Jungmeier Vorstandsmitglied, ehe er 2009 als Aufsichtsratsvorsitzender gewählt wurde.
 
Wirtschaftlich besonders erfreulich war das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres der ÖZVG, von dem die rund 6.000 Mitglieder in Form der Verzinsung ihrer Geschäftsanteile profitieren.
 
Der Vorstand schlug der Generalversammlung eine Verzinsung der Geschäftsanteile von 5,5 % vor, die diese auch einstimmig annahm.

Geschäftsführerwechsel im Rübenbauernbund für Niederösterreich und Wien

.
Markus Schöberl wurde zum neuen Geschäftsführer bestellt

Ing. Markus Schöberl

„Ing. Markus Schöberl wird mit sofortiger Wirkung zum Geschäftsführer des Rübenbauernbundes für Niederösterreich und Wien bestellt“, informiert Obmann DI Ernst Karpfinger über den einstimmigen Beschluss des Vorstandes vom 18.11.2013.
Der neue Geschäftsführer tritt damit die Nachfolge von DI Dr. Josef Pinkl an.
 
Der 42jährige Markus Schöberl ist Absolvent des „Francisco-Josephinums“ in Wieselburg, ist verheiratet und bereits seit 1991 im Rübenbauernbund tätig. Er kann damit auf eine lange Erfahrung in der Organisation zurückgreifen.
 
Er übernahm bereits in jungen Jahren mit der Umsetzung der Handelbarkeit der Lieferrechte und der damit verbundenen Gründung der ÖZVG, der Österreichischen Zuckerrübenverwertungsgenossenschaft, im Jahre 1999 große Verantwortung. In der ÖZVG, in der Schöberl seit deren Gründung Geschäftsführer ist, werden die Beteiligungen aller Mitglieder und Landesverbände an der Agrana gebündelt und die handelbaren Lieferrechte verwaltet.
 
Auch die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit mit der Wortbildmarke „Die Rübenbauern“, die Medienkommunikation, die Bewerbung der Leistungen der Rübenbauern in der Öffentlichkeit mit Rübentafeln auf den Feldern und der Ausbau der neuen Kommunikationsmedien zur raschen und regelmäßigen Information der Mitglieder wurden in seinem Verantwortungsbereich aufgebaut.
 
„Da Markus Schöberl das Verbandsgeschehen durch seine langjährige Tätigkeit von Grund auf kennt und als stellvertretender Geschäftsführer im Rübenbauernbund für Niederösterreich und Wien bereits seit dem Jahr 2007 alle Entscheidungen mitgestaltet hat, ist nun ein reibungsloser Übergang in der Geschäftsführung gegeben“, so Obmann Karpfinger, der dem neuen Geschäftsführer zu seiner Bestellung gratulierte.
Schöberl ist darüber hinaus auch bei der Vereinigung der Österreichischen Rübenbauernorganisationen, der VÖR Rübenbauern Vertretungs- und Übernahmeges.m.b.H. und der Rübenproduzenten Beteiligungsges.m.b.H von den zuständigen Gremien als Geschäftsführer bestellt worden.

Zuckerrüben für Österreich

Die Rübenbauern bewerben die Vorteile der österreichischen Zuckerrüben

v.l.n.r.: Ök.Rat DI Karl Zittmayr, OÖ; Präs. DI Ernst Karpfinger, NÖ/W; Ök.Rat Johann Wurzinger, Bgld; Ök.Rat Alois Kowald, Stmk./Ktn.

Österreichs KonsumentInnen brauchen heimischen Zucker: versorgungssicher, umweltschonend, frei von Gentechnik und einfach gut.
Als Information stellen Österreichs Rübenbauern jetzt kleine Werbetafeln auf ihre Felder.
Was es damit auf sich hat und welche Vorteile der Rübenanbau bringt, lesen Sie in nachstehender Presseinformation.

Europa braucht Versorgungssicherheit bei Zucker

Rübenbauern, Arbeitnehmer und Gewerkschaft gegen die unüberlegten Liberalisierungspläne der EU-Kommission

Die Reform der Zuckermarktordnung 2006 hat zur Stilllegung von Flächen und Schließung von Zuckerfabriken geführt. Einige Länder haben die Eigenversorgung aufgegeben. Insgesamt deckt Europa nur mehr 85 Prozent des Eigenbedarfs.

In Europa gingen 100.000 Arbeitsplätze verloren, in Österreich 750.
45 Prozent der Zuckerfabriken wurden europaweit geschlossen (in Österreich eine von vorher drei).

In einer gemeinsamen Pressekonferenz am 29.11.2011 unter dem Titel "Zucker - Spielball für Spekulanten" informierten Vertreter Der Rübenbauern, der Produktionsgewerkschaft PRO-GE und der Zentralbetriebsrat der Agrana über mögliche Auswirkungen einer völligen Liberalisierung des EU-Zuckermarktes, wie es die EU-Kommission nun ab 2015 vorschlägt.

AGRANA und Rübenbauern einigen sich auf Preise für Zuckerrüben

Nach mehreren Verhandlungsrunden wurde mit Beginn der neuen Rübenernte zwischen dem österreichischen Zuckerproduzenten AGRANA und dem Branchenverband „Die Rübenbauern“ eine Beteiligung an den gestiegenen Verkaufserlösen für Zucker, von denen AGRANA aufgrund hoher Weltmarktpreise profitiert, fixiert. Konkret erhalten die Rübenbauern Nachzahlungen für Rüben aus der Ernte 2010 sowie höhere Preise für Rüben aus der Ernte 2011.

Nachzahlungen für Nicht-Quotenrüben aus der Ernte 2010
Aufgrund der guten Vermarktungsmöglichkeiten für Nicht-Quotenzucker im abgelaufenen Zuckerwirtschaftsjahr erhalten die Rübenbauern für alle Nicht-Quotenrüben aus der Ernte 2010 deren Preisdifferenz zum Quotenrübenpreis nachbezahlt.

Anhebung der Preise für Zuckerrüben aus der Ernte 2011
Auch für die Ernte 2011 wurden zwischen AGRANA und den Rübenbauern verbesserte Konditionen – sowohl für Quotenrüben, als auch für Nicht-Quotenrüben – vereinbart. Konkret wird der Preis für Quotenrüben aus der Ernte 2011 von EUR 26,29 auf EUR 35,-- pro Tonne erhöht, während jener für Nicht-Quotenrüben anstelle der bisherigen EUR 22,-- pro Tonne nun EUR 30,7 pro Tonne beträgt. Darüber hinaus wird an Rübenbauern, die ihre Vertragsmengen übererfüllt haben, eine Treueprämie ausbezahlt.

OOE NOEW BGLD STMK

admin login »JPETo™ CMS © Martin Thaller, Vienna, Austria